Wer sich für einen Job im öffentlichen Dienst interessiert, denkt selten als Erstes an die Bundeswehr – dabei bietet Deutschlands größte Arbeitgeberin weit mehr als nur Uniform und Gefechtsdienst: rund 80.000 Menschen arbeiten hier zivil, in Berufen von der IT über die Verwaltung bis hin zum Handwerk. Dieser Artikel zeigt Ihnen, welche zivilen Stellenangebote bei der Bundeswehr existieren, wie Sie sich bewerben, was Sie verdienen können und warum die Altersgrenze oft keine Rolle spielt.
Zivilbeschäftigte bei der Bundeswehr: ca. 80.000 ·
Einstiegsgehalt (brutto, monatlich): ab ca. 2.600 € ·
Durchschnittsgehalt (Jahresbrutto): ca. 45.000 € ·
Altersgrenze für zivile Bewerbung: keine generelle – abhängig von Laufbahn
Kurzüberblick
- Sicherer Arbeitsplatz im öffentlichen Dienst (Bundeswehr)
- Tarifgebundenes Gehalt mit regelmäßigen Steigerungen (Bundeswehr) ((Bundeswehr))
- Vielfältige Berufsfelder von Verwaltung bis IT (Bundeswehr) ((Bundeswehr))
- Vereinbarkeit von Familie und Beruf (Bundeswehr) ((Bundeswehr))
- Einstiegsgehalt ab ca. 2.600 € brutto (TVöD) (Bundeswehr)
- Zusätzliche Jahressonderzahlung (Bundeswehr)
- Aufstiegsmöglichkeiten durch Entgeltgruppen (Bundeswehr)
- Nettoberechnung abhängig von Steuerklasse (Bundeswehr)
- Keine Altersgrenze für Tarifbeschäftigte (Bundeswehr) ((Bewerbungsportal))
- Bewerbung online über das offizielle Portal (Bewerbungsportal)
- Quereinsteiger willkommen (Bundeswehr) ((Bewerbungsportal))
- Auswahlverfahren je nach Stelle (Bundeswehr) ((Bewerbungsportal))
- Bundesweit zivile Stellen, z.B. Berlin, München, Wilhelmshaven (Bundeswehr)
- Einsatz in Verwaltung, Werkstätten, Forschungseinrichtungen (Bundeswehr)
- Auch in Bundeswehrkrankenhäusern und Schulen (Bundeswehr)
Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick:
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Anzahl Zivilbeschäftigte | ca. 80.000 |
| Einstiegsgehalt (brutto monatlich) | ab ca. 2.600 € |
| Altersgrenze (Tarifbeschäftigte) | keine |
| Altersgrenze (Beamtenlaufbahn) | meist 50–55 Jahre |
| Tarifvertrag | TVöD |
| Häufigste Berufsfelder | Verwaltung, IT, Ingenieurwesen, Handwerk, Medizin |
Kann man zivil bei der Bundeswehr arbeiten?
Welche Voraussetzungen muss man erfüllen?
- Ja, eine zivile Tätigkeit bei der Bundeswehr ist möglich. Die Bundeswehr beschäftigt rund 80.000 Zivilangestellte (Bundeswehr – Offizielle Seite zu zivilen Laufbahnen).
- Für eine zivile Berufsausbildung ist mindestens ein Hauptschulabschluss erforderlich (Bundeswehr – Zivile Laufbahnen).
- Bewerbungen sind ohne generelle Altersgrenze möglich, jedoch können bestimmte Laufbahnen Höchstaltersgrenzen haben (Quelle: Bewerbungsportal der Bundeswehr).
Die zivile Karriere steht grundsätzlich allen offen – unabhängig von militärischer Vorerfahrung. Der Großteil der zivilen Angehörigen sind Tarifbeschäftigte, nur ein kleinerer Teil Beamte (Bundeswehr – Zivile Laufbahnen).
Wie läuft die Bewerbung?
- Stellensuche auf dem Bewerbungsportal mit Filter auf „zivile Stellen“.
- Online-Bewerbung mit Lebenslauf, Zeugnissen und ggf. Nachweisen.
- Prüfung der Unterlagen durch die Personalabteilung und ggf. Vorstellungsgespräch.
- Bei Eignung: Einstellung als Tarifbeschäftigter oder Beamter.
Der Bewerbungsprozess kann je nach Stelle und Laufbahn wenige Wochen bis mehrere Monate dauern – ähnlich wie bei anderen öffentlichen Arbeitgebern.
Welche zivilen Tätigkeiten gibt es bei der Bundeswehr?
Welche Laufbahnen gibt es?
- Verwaltung (z.B. Sachbearbeitung, Personalwesen, Beschaffung)
- IT und Digitalisierung (z.B. Systemadministration, Softwareentwicklung)
- Ingenieurwesen (z.B. Maschinenbau, Elektrotechnik, Bauwesen)
- Handwerk und Technik (z.B. Kfz-Mechaniker, Elektroniker, Metallbauer)
- Medizin und Gesundheitswesen (in Bundeswehrkrankenhäusern)
- Forschung und Lehre (z.B. an der Universität der Bundeswehr)
Die Bundeswehr unterscheidet bei zivilen Beschäftigten zwischen Tarifbeschäftigten und Beamtinnen bzw. Beamten (Bundeswehr – Zivile Laufbahnen). Während Tarifbeschäftigte nach TVöD bezahlt werden, gelten für Beamte eigene Besoldungstabellen.
Obwohl die Bundeswehr primär als militärische Organisation wahrgenommen wird, sind ihre zivilen Stellen oft diejenigen, die für breite Bevölkerungsgruppen zugänglich sind – inklusive Quereinsteigern und Bewerbern über 50.
Gibt es Ausbildungsberufe?
Ja. Die Bundeswehr bildet an rund 430 Ausbildungseinrichtungen jedes Jahr über 1.300 Auszubildende in dualen Berufsausbildungen aus (Bundeswehr – Zivile Laufbahnen). Zu den angebotenen Ausbildungsberufen zählen kaufmännische und technische Berufe, z.B. Industriekaufmann/-frau, Fachinformatiker, Elektroniker oder Mechatroniker. Voraussetzung ist mindestens ein Hauptschulabschluss.
Wie viel verdient man bei der Bundeswehr als Zivilangestellter?
Wie ist das Gehalt tariflich geregelt?
Das Gehalt ziviler Beschäftigter richtet sich nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD). Laut Bundeswehr setzt es sich aus einem Grundgehalt und einer individuellen Entwicklungs- oder Erfahrungsstufe zusammen (Bundeswehr – Zivile Laufbahnen). Die folgende Tabelle zeigt beispielhafte Bruttogehälter für die niedrigste Gruppe und Stufe:
Vier Laufbahnen, ein klares Muster: Tarifbeschäftigte verdienen in den unteren und mittleren Gruppen tendenziell etwas mehr als Beamte, während im höheren Dienst Beamte leicht vorn liegen.
| Laufbahn | Tarifbeschäftigte (brutto) | Beamte (brutto) |
|---|---|---|
| Einfacher Dienst | ca. 2.700 € | ca. 2.700 € |
| Mittlerer Dienst | ca. 2.900 € | ca. 2.800 € |
| Gehobener Dienst | ca. 3.600 € | ca. 3.300 € |
| Höherer Dienst | ca. 4.600 € | ca. 5.000 € |
Diese Beträge sind laut Bundeswehr beispielhaft für die niedrigste Entgeltgruppe und -stufe (Bundeswehr – Zivile Laufbahnen). Zusätzlich gibt es Jahressonderzahlungen und tarifliche Zulagen.
Für einen Berufseinsteiger im einfachen Dienst bedeutet das ein sicheres Grundeinkommen, das durch Erfahrungsstufen und Tariferhöhungen kontinuierlich steigt – ein Vorteil gegenüber vielen privaten Arbeitgebern.
Wie viel ist 2.600 brutto in netto?
Beispiel: Ein Bruttogehalt von 2.600 € (Steuerklasse I, keine Kinder) ergibt netto etwa 1.800 bis 2.000 € monatlich – je nach Krankenkasse und Kirchensteuer. Die genaue Nettohöhe hängt von individuellen Faktoren wie Steuerklasse, Kinderfreibetrag und Zusatzbeitrag der Krankenkasse ab. Daher: Im Zweifel einen Brutto-Netto-Rechner nutzen.
Kann man sich mit 40 noch bei der Bundeswehr bewerben?
Bis wann kann man sich bewerben?
- Für zivile Tarifstellen gibt es keine generelle Altersgrenze – eine Bewerbung mit 40, 50 oder sogar 53 ist möglich, solange die Stelle keine Höchstaltersgrenze vorsieht (Bewerbungsportal der Bundeswehr).
- Für Beamtenlaufbahnen gelten meist Altersgrenzen von 50 bis 55 Jahren – abhängig von Laufbahn und Bundesland.
Die Einstellung von älteren Bewerbern und Quereinsteigern wird laut offizieller Kommunikation aktiv gefördert – eine bewusste Strategie gegen den Fachkräftemangel.
Kann ich mit 53 noch zur Bundeswehr?
Ja, grundsätzlich schon – auch mit 53 können Sie sich auf zivile Tarifstellen bewerben. Die Bundeswehr schreibt selbst: „Bewerbungen sind ohne Altersgrenze möglich.“ Einschränkungen gibt es nur dort, wo die Stelle eine Verbeamtung vorsieht. In diesem Fall liegt die Höchstaltersgrenze meist zwischen 50 und 55 Jahren – dann könnte es mit 53 knapp werden. Prüfen Sie daher in der Stellenausschreibung, ob die Stelle als Tarifbeschäftigter oder als Beamter ausgeschrieben ist.
Kann man als Quereinsteiger bei der Bundeswehr arbeiten?
Welche Quereinstiegsmöglichkeiten gibt es?
- In Bereichen mit Fachkräftemangel, insbesondere IT, Ingenieurwesen und Verwaltung, sind Quereinsteiger ausdrücklich willkommen (Bundeswehr – Zivile Laufbahnen).
- Die Bundeswehr bietet spezielle Programme für Quereinsteiger, z.B. im IT-Bereich oder bei der Bundeswehrverwaltung.
- Voraussetzung: einschlägige Berufserfahrung oder nachweisbare Qualifikationen im gewünschten Bereich.
Quereinsteiger bringen Erfahrung mit, müssen aber oft auf eine kürzere Betriebszugehörigkeit und damit geringere Aufstiegschancen in den höheren Entgeltgruppen achten – der klassische Kompromiss zwischen Schnelligkeit und maximaler Laufbahnentwicklung.
Welche Voraussetzungen gelten für Quereinsteiger?
Neben einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder einem Studium setzt die Bundeswehr in der Regel mehrjährige Berufserfahrung voraus. Für IT-Quereinsteiger können auch Zertifikate (z.B. CISSP, Certified Ethical Hacker) oder nachgewiesene Programmierkenntnisse ausreichen. Die genauen Anforderungen stehen in der jeweiligen Stellenausschreibung.
Vorteile
- Sicherer Arbeitsplatz mit Tarifbindung und Kündigungsschutz
- Vielfältige Berufsfelder: Verwaltung, IT, Handwerk, Medizin, Forschung
- Keine Altersgrenze für Tarifbeschäftigte, Quereinsteiger willkommen
- Gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf (Teilzeit möglich)
- Betriebliche Altersvorsorge und Jahressonderzahlung
Nachteile
- Gehalt im einfachen und mittleren Dienst teilweise niedriger als in der freien Wirtschaft (IT, Ingenieurwesen)
- Bürokratische Bewerbungsprozesse, teils lange Wartezeiten
- Beamtenlaufbahnen mit strengen Altersgrenzen (50–55 Jahre)
- Standortbindung: Einsatzorte oft fernab von Großstädten
- Aufstiegschancen abhängig von Laufbahn und nicht immer leistungsorientiert
Wie bewerbe ich mich auf zivile Stellen bei der Bundeswehr? (Schritt-für-Schritt)
- Portal besuchen: Gehen Sie auf das offizielle Bewerbungsportal und wählen Sie den Bereich „zivile Stellen“.
- Filter setzen: Nutzen Sie Suchfilter wie Standort, Berufsfeld, Laufbahn oder Beschäftigungsart (Vollzeit/Teilzeit).
- Stelle auswählen: Klicken Sie auf eine passende Ausschreibung und lesen Sie die Anforderungen sowie die Altersgrenzen (falls vorhanden).
- Dokumente vorbereiten: Lebenslauf, Zeugnisse, Nachweise über Berufserfahrung, ggf. Zertifikate.
- Online bewerben: Füllen Sie das Bewerbungsformular aus und laden Sie die Unterlagen hoch.
- Rückmeldung abwarten: Die Personalabteilung prüft die Unterlagen und lädt bei Eignung zu einem Vorstellungsgespräch oder Assessment ein.
- Einstellung: Bei Erfolg erhalten Sie einen Arbeitsvertrag als Tarifbeschäftigter oder Beamter.
Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer liegt bei 4 bis 8 Wochen, kann aber bei komplexen Stellen auch länger dauern. Tipp: Bewerben Sie sich frühzeitig, da viele Stellen nach dem „first come, first served“-Prinzip besetzt werden.
Bestätigte Fakten und offene Fragen
Bestätigte Fakten
- Es ist möglich, zivil bei der Bundeswehr zu arbeiten – rund 80.000 Zivilangestellte sind bereits beschäftigt (Bundeswehr – Zivile Laufbahnen).
- Das Gehalt richtet sich nach dem TVöD; Einstiegsgehalt ab ca. 2.600 € brutto (einfacher Dienst).
- Für Tarifbeschäftigte gibt es keine generelle Altersgrenze (Bewerbungsportal).
- Quereinsteiger werden in bestimmten Bereichen wie IT und Verwaltung aktiv gesucht.
- Die Bundeswehr bildet jährlich über 1.300 Azubis in 430 Einrichtungen aus (Bundeswehr).
Was unklar ist
- Die genaue Nettohöhe hängt von individuellen Faktoren (Steuerklasse, Kinderfreibetrag, Krankenkasse) ab.
- Altersgrenzen für Beamtenlaufbahnen können je nach Bundesland oder Stelle variieren – nicht immer transparent in der Ausschreibung.
- Die Anzahl der tatsächlich offenen zivilen Stellen schwankt saisonal und ist nicht immer öffentlich beziffert.
- Die tatsächliche Bewerberquote und Erfolgsrate für zivile Stellen sind nicht öffentlich dokumentiert.
Was sagen offizielle Quellen?
„Beruflich bei der Bundeswehr durchstarten – auch ohne Uniform? Dann bist du in unserem zivilen Bereich genau an der richtigen Stelle!“
Bundeswehr Karriere (offizielle Seite)
„Das Gehalt ziviler Beschäftigter setzt sich aus Grundgehalt und individueller Entwicklungs- oder Erfahrungsstufe zusammen – ergänzt durch Jahressonderzahlungen nach TVöD.“
Bundeswehr – Vergütung zivile Laufbahnen
Die Bundeswehr selbst beschreibt ihre zivilen Stellen als Karriereweg mit „Sicherheit, Vielfalt und guten Perspektiven“. Die offizielle Kommunikation unterstreicht, dass Quereinsteiger und ältere Bewerber ausdrücklich willkommen sind – ein Signal, das in der privaten Wirtschaft längst nicht selbstverständlich ist.
Fazit: Für wen lohnt sich die zivile Karriere bei der Bundeswehr?
Für Arbeitnehmer, die einen sicheren, tarifgebundenen Job mit überschaubarem Risiko suchen und bereit sind, sich auf die Strukturen des öffentlichen Dienstes einzulassen, sind die zivilen Stellenangebote bei der Bundeswehr eine attraktive Option. Wer dagegen maximale Gehaltssprünge oder eine schnelle Karriereleiter erwartet, wird in der freien Wirtschaft oft besser bedient. Für den Berufseinsteiger mit Hauptschulabschluss oder den Quereinsteiger aus der IT-Welt jedoch ist die Botschaft klar: Die Bundeswehr bietet eine echte Alternative – ohne Uniform, aber mit Anzug und Tarifvertrag.
einstellungstest-bundeswehr.de, de.indeed.com, karrierebibel.de, de.jooble.org, testhelden.com, youtube.com
Häufig gestellte Fragen
Welche Vorteile habe ich als Zivilangestellter bei der Bundeswehr?
Sie genießen einen sicheren Arbeitsplatz im öffentlichen Dienst, tarifgebundenes Gehalt mit regelmäßigen Steigerungen, gute Sozialleistungen (betriebliche Altersvorsorge, Jahressonderzahlung) und flexible Arbeitszeitmodelle wie Teilzeit.
Bietet die Bundeswehr auch Teilzeitstellen zivil an?
Ja, viele zivile Stellen sind auch in Teilzeit ausgeschrieben. Die konkreten Möglichkeiten hängen von der Position und dem Dienstort ab.
Wie lange dauert der Bewerbungsprozess für eine zivile Stelle?
In der Regel 4 bis 8 Wochen, bei komplexeren Positionen oder wenn ein Assessment-Center erforderlich ist, kann es länger dauern.
Kann ich mich auf eine zivile Stelle bewerben, wenn ich bereits Soldat bin?
Ja, ein Wechsel vom militärischen in den zivilen Bereich ist möglich. Sie bewerben sich dann über das normale Bewerbungsportal und müssen ggf. aus dem aktiven Dienst ausscheiden.
Gibt es zivile Praktika bei der Bundeswehr?
Ja, die Bundeswehr bietet Praktika in verschiedenen zivilen Bereichen an – oft in Verwaltung, IT oder Technik. Informationen dazu finden Sie auf der Karriereseite.
Wie finde ich passende zivile Stellenangebote?
Nutzen Sie das offizielle Bewerbungsportal mit Filter auf „zivile Stellen“ sowie Jobportale wie Stepstone oder Indeed.
Welche Zusatzleistungen (z.B. betriebliche Altersvorsorge) gibt es?
Zusätzlich zum Tarifgehalt erhalten Sie Jahressonderzahlungen, eine betriebliche Altersvorsorge (VBL) und je nach Bereich Zulagen (z.B. IT-Zulage).
